Meldungsanalyse
An einer Anlage treten täglich viele Fehler, Warnungen und Hinweise auf. Einzelne Meldungen werden quittiert, die Produktion läuft weiter. Welche Störung immer wieder Zeit kostet, ist dadurch noch nicht sichtbar.
Die Meldungsanalyse wertet diese Historie aus. Sie zeigt, welche Meldungen häufig auftreten, lange anstehen oder sich in bestimmten Zeitabschnitten häufen. Produktion und Instandhaltung erhalten damit konkrete Ansatzpunkte für die Störungssuche.
Häufige und lang anstehende Meldungen finden
Die historische Analyse stellt Meldungen nach Häufigkeit und Dauer gegenüber. Beide Perspektiven helfen bei der Auswahl eines Problems:
- Häufigkeit: Welche Meldung kehrt immer wieder zurück? Das ist ein Ansatzpunkt für wiederkehrende Unterbrechungen oder häufige Bedienereingriffe.
- Gesamtdauer: Welche Meldung steht über den betrachteten Zeitraum besonders lange an? Hier lohnt sich die Prüfung länger andauernder Störungen.
- Einzelereignisse: Wie verteilt sich die Gesamtdauer auf einzelne Vorkommnisse? Ein langer Vorfall erfordert möglicherweise eine andere Maßnahme als viele kurze Wiederholungen.
Eine oft auftretende Warnung kann während laufender Produktion anstehen. Eine seltenere Meldung kann dagegen einen langen Stillstand begleiten. Verwenden Sie deshalb Häufigkeit und Dauer als Einstieg und prüfen Sie anschließend den Produktionskontext.
Zeitliche Muster erkennen
Der zeitliche Verlauf zeigt, wann sich Meldungen häufen und ob sich das Verhalten einer Anlage verändert. Die Darstellung nach Tageszeit hilft, wiederkehrende Zeitabschnitte zu erkennen. So können Sie beispielsweise prüfen, ob eine Meldung bevorzugt während des Anfahrens oder zu ähnlichen Tageszeiten auftritt.
Solche Muster machen die weitere Untersuchung gezielter. Wenn eine Meldung über den ganzen Tag verteilt auftritt, ist ein anderer Prüfweg sinnvoll als bei einer Häufung unmittelbar nach dem Wiederanlauf. Den betrieblichen Zusammenhang ergänzen Sie mit dem Wissen aus der Produktion und den verfügbaren Anlagen- und Zustandsdaten.
Vom Muster zur einzelnen Meldung
Die Ereignistabelle ermöglicht die Prüfung konkreter Meldungen. Dort bleiben die verfügbaren Angaben wie Kennung, Kategorie, Zeitinformationen, Dauer und Status nachvollziehbar. Meldungsmetadaten ergänzen technische Kennungen um lesbare Texte und eine fachliche Einordnung.
Untersuchen Sie bei einem auffälligen Zeitfenster auch die Reihenfolge der Ereignisse: Welche Meldung trat zuerst auf? Welche folgten kurz danach? Wiederholt sich dieselbe Folge bei weiteren Vorfällen? Das hilft, eine mögliche auslösende Störung von Meldungen zu unterscheiden, die erst infolge der Unterbrechung entstehen.
Die Reihenfolge liefert einen Untersuchungsansatz. Ob das erste Ereignis tatsächlich den Stillstand verursacht hat, wird anschließend an der Anlage geprüft.
Aktuelle Meldungen und historische Analyse
Die Live-Ansicht ergänzt die Auswertung der Vergangenheit um aktuelle Meldungen. Damit beantworten die Ansichten unterschiedliche Fragen:
| Ansicht | Frage im Arbeitsalltag |
|---|---|
| Live-Ansicht | Welche Meldungen stehen gerade an? |
| Häufigkeits- und Dauerauswertung | Welche Meldungen sollten wir wiederkehrend bearbeiten? |
| Zeitlicher Verlauf und Tageszeit | Wann tritt das Problem auf, und gibt es ein Muster? |
| Ereignistabelle | Welche konkreten Meldungen gehören zu diesem Vorfall? |
Für die Vorbereitung einer Instandhaltungsmaßnahme ist die Historie besonders hilfreich. Sie zeigt, ob der aktuelle Vorfall ein Einzelfall oder Teil eines wiederkehrenden Problems ist.
Meldungen mit Stillständen verbinden
In der Zustandsanalyse können Sie einen auffälligen Zeitabschnitt auswählen und die zugehörigen Meldungen untersuchen, sofern Meldungsdaten vorhanden sind. Damit starten Sie bei einer tatsächlich beobachteten Verlustphase und suchen gezielt nach den begleitenden Ereignissen.
Meldungsdauer und Stillstandszeit sind dabei unterschiedliche Größen. Eine Meldung kann während produktiver Zeit anstehen. Umgekehrt können mehrere Meldungen denselben Stillstand begleiten. Ihre Dauern dürfen deshalb nicht einfach zu verlorener Anlagenzeit addiert werden. Für diese Zeitbewertung verwenden Sie die Maschinenzustände.
Beispiel: Eine wiederkehrende Unterbrechung untersuchen
Eine Station bleibt im Tagesverlauf mehrfach kurz stehen. Nach einem Neustart läuft sie jeweils weiter.
- Zeitraum auswählen. Betrachten Sie einen Tag mit den bekannten Unterbrechungen und die betroffene Station.
- Meldungen eingrenzen. Prüfen Sie häufige Meldungen und deren Verlauf. Welche treten wiederholt in den betroffenen Zeitabschnitten auf?
- Ereignisse nachvollziehen. Vergleichen Sie einzelne Vorfälle in der Ereignistabelle. Achten Sie auf wiederkehrende Abfolgen und zeitliche Abstände.
- Zustände hinzunehmen. Prüfen Sie, ob die Station zu diesen Zeitpunkten tatsächlich gestört war oder gewartet hat.
- Gezielt an der Anlage prüfen. Geben Sie der Instandhaltung die konkreten Meldungen und Zeitpunkte mit. So muss sie den Fall nicht erst aus einer langen Meldungsliste rekonstruieren.
- Nach der Maßnahme vergleichen. Beobachten Sie, ob die ausgewählten Ereignisse seltener auftreten und die zugehörigen Unterbrechungen zurückgehen.
Vergleichen Sie dafür Zeiträume mit ähnlicher Laufzeit oder Produktionsmenge. Weniger Meldungen an einem Tag mit deutlich weniger Produktion belegen noch keine Verbesserung.
Meldungsdaten vorbereiten
In der Konfiguration wird das aufbereitete, aggregierte Meldungsprotokoll zugeordnet. Wichtig sind stabile Meldungskennungen, der Bezug zur richtigen Anlage und eindeutige Zeitinformationen. Metadaten liefern Texte und Kategorien.
Für aussagekräftige Dauern muss die Erfassung unterscheiden, wann eine Meldung beginnt und wann sie endet. Eine Quittierung bedeutet nicht automatisch, dass die technische Störung behoben ist. Auch noch offene Meldungen und Ereignisse, die über den ausgewählten Zeitraum hinausreichen, müssen bei der Interpretation berücksichtigt werden.